Erfindung und Einsatzgebiete des Barcodes

Bernard Silver und N. J. Woodland erfanden im Jahr 1949 den Barcode. Dieser wurde in der schweizerischen Supermarktkette Migros 1968 übernommen und 1973 in den USA eingeführt. Hier ist auch noch ein weiteres Datum entscheidend: Eine Wrigley-Kaugummipackung war die erste Ware, die bei der Supermarktkette Marsh im US-Bundesstaat Ohio per Code erfasst und verkauft wurde. Es war der 26.06.1974. Doch wie ergab es sich in Europa?

Der Barcode im Handelswesen

Nach der Schweiz führte man im restlichen Europa den Barcode ab 1976 ein, worauf ein Wuppertaler Gewürzhändler namens Wichartz die erste deutsche Firma war, die am 01.07.1977 diese Technik aufnahm. Dann folgte Österreich – nämlich 1979 mit der Supermarktkette VILLA. Der europäische Standard wird nun weltweit genutzt. In der Bundesrepublik selbst sind 98 Prozent aller Nahrungsmittel und 80 Prozent der anderen Produkte mit einem Strichcode versehen – es sind rund 130.000 Unternehmen im Land und eine Million an Firmen in aller Welt, die ihre Produkte in dieser Form kennzeichnen und ihren Kunden zugänglich machen. Lieferanten, Zwischenhändler, Groß- und Einzelhändler profitieren von einem reibungslosen Ablauf vieler Einzelvorgänge, die durch Länder-, Sortiments-, Artikel- und Kontrollzahlen in einer wirtschaftlichen Schnelligkeit abgewickelt werden können. Täglich verkaufen sich ca. 5 Milliarden Artikel per Scanner – nach 60 Jahren ist diese Technologie längst auch in afrikanischen oder asiatischen Supermärkten alltäglich. Der Strichcode hat selbst 13 Stellen – die Länderkennzahl von Deutschland durchläuft die Anfangsnummerierungen von 40 bis 44 (wobei die 440 vorwiegend auf die östlichen Bundesländer hinweist). Die Firma GS1 in Köln (und ihre rund 100 Angestellten) ermitteln und vergeben Strichcodes für jedes neue Produkt auf dem Markt. Vier Sorten von Barcodes gibt es generell: Die eindimensionalen weisen nur eine Beschriftung in einer Achse auf, die zweidimensionalen in zwei (dies ist dann der sogenannte Flächencode). Dreidimensionale Codes beziehen sich zusätzlich noch auf Farbvariationen und Helligkeitsschattierungen. Ein vierdimensionaler wurde bereits 2007 in Weimar an der Bauhaus-Universität entwickelt – hier erkennt die Scannerkamera auch bewegte Bilder. Doch bevor diese Idee auch im Handel normativ zum Tragen kommen kann, werden noch Optimierungen weiter entwickelt.

Der Strichcode der Deutschen Post

Andere Namen für den Barcode bei der Deutschen Post lauten “Adresscode”, “Postcode”, “Anschriftencode” und “Zielcode” – dieser findet Platz auf Postkarden und Briefen. Maschinell wird die Empfängeranschrift erfasst und in einen Code umgewandelt sowie aufgedruckt. Dies geschieht im ersten Briefzentrum, welches die Postsendungen durchlaufen – so kann die Weiterleitung maschinell mit hoher Geschwindigkeit optimiert werden. Die Codierzone ist der 1,5 cm breite und 15 Millimeter hohe Bereich an der unteren rechten Ecke auf der Seite der Empfängeranschrift – dies gilt für jede Sendung. Der Drucker ist selbst Teil der Lesemaschine für Anschriften. Pro Sekunde werden zehn Briefe verarbeitet, pro Stunde sind dies bis zu 36.000 Sendungen – neu entwickelte Maschinen können diese Zahl noch verdoppeln. Die Striche sind fünf Millimeter hoch und werden in den Farben rosa, phosphorfarben, rot, neonrot, aprikotfarben, orange oder hell-orange gedruckt. Es können so die Hausnummer (zuerst), die Straßennummer (als nächstes), die Postleitzahl und der Ort per Maschine gelesen werden.

Foto: Alexander Petri – Fotolia

Ähnliche Beiträge:

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>